Israel – Tel Aviv und ein Ausflug nach Palästina

Israel war eine ziemlich spontane Idee. Ich hatte mich mit israelischen Reisebüromitarbeitern anlässlich der EXPO in Batumi getroffen. Dabei stellte sich heraus, dass mein Bild von ihrem Land nicht der Realität entsprach. Jedenfalls nach den Berichten der Israelis zu urteilen. Irgendwann wollte ich dann das Land doch einmal besuchen. Die Gelegenheit ergab sich schneller als gedacht. Ich war nach Tbilisi wegen eines Botschaftsempfanges anlässlich einer Wirtschaftsmesse geladen. So lag ein langes Wochenende vor mir. Der folgende Montag ist gesetzlicher Feiertag in Georgien. Man gedenkt der Erklärung der Unabhängigkeit von Russland im Jahre 1918. Leider währte das georgische Glück nur 3 Jahre, bis sich Russland an seine ehemaligen Einflussgebiete erinnerte.

Wegen der günstigen Konstellation von Empfang, Feiertag und Abflugort hatte ich einen Flug nach Tel Aviv und auch das Hotel dort einen Tag vorher schon gebucht. Es gibt jeden Tag einen Direktflug nach Tel Aviv. Am Abend des 22. Mai 2014 flog ich von Tbilisi nach Tel Aviv. Um 18:15 Abflug, um 20:15 Ankunft. Besser geht es nicht.

Von oben machte die Stadt schon einmal einen guten Eindruck.
Das Hotel war mit 125 Euro pro Nacht eines der wenigen, einigermaßen preisgünstigen Hotels in guter touristischer Innenstadtlage. Nichts Aufregendes, aber wie bei fast allen meinen Reisen bin ich nur zum Schlafen und Duschen im Zimmer.
Am ersten Abend machte ich erst einmal einen Rundgang ums Haus. Ich merkte mitten im Leben angekommen zu sein. In der Dizengoff Street.
Es fiel mir schon nach dem ersten Bier auf, dass das Leben hier nicht unbedingt ein Schnäppchen ist. Mit 5 Euro pro Glas ist man dabei. Essen ist ähnlich teuer wie in deutschen Restaurants und leider nicht ganz so mein Fall. Zum Glück fand ich etwas Asiatisches, nachdem ich es mit Hummus, Kichererbsen zu undefinierbarer Creme zerstampft mit Hühnerfleischeinlage, die ich leider nicht erkennen konnte, versucht habe. Muss man ja probiert haben. Gehört dazu, wenn man verreist… Obwohl ich nur drei Löffel davon gegessen habe, reichte das kulinarische Darklight noch bis in den nächsten Tag hinein.
Nach dem Frühstück machte ich mich auf den Weg.
Der erste Tag war Tel Aviv gewidmet. So etwas Ordentliches und Gepflegtes muss man erst einmal wiederfinden. Die Strandpromenade, die sich über Kilometer hinzieht, ist eine wahre Perle.
Das ist beispielhaft: Behinderte können fast bis ins Wasser fahren.
Es gibt den alten Nordhafen, der als aktiver Umschlagplatz ausgedient hat. wie in San Francisco oder Kapstadt wurde das Gebiet in ein Erlebniszentrum umgearbeitet. Lagerhäuser wurden zu Shopping Malls, Diskotheken, Märkten, Restaurants und anderen Highlights. Ein gewaltiger Touristenmagnet.
Die Stadt ist auch sehr interessant. Viele Häuser im Bauhausstil prägen das Bild.
Aber auch ganz moderne Bauten fehlen natürlich nicht.
Überhaupt ist die Infrastruktur hochmodern. Überall Internetzugang, natürlich kostenfrei, selbst in Reisebussen. In der Eisenbahn gibt an jedem Platz eine Steckdose und natürlich auch Internet.
An der Hotelrezeption lagen ein paar Prospekte mit Tagesausflügen und so buchte ich solche, die nach Jerusalem, Bethlehem, Jericho, Haifa, Accre, an die libanesische Grenze und ein paar anderen Stationen führten.

Jerusalem war leider nicht so einfach zu besichtigen, weil wir dem Papst natürlich den Vortritt gelassen haben. der besuchte gerade Jordanien und Palästina.
So führte die Tour erst einmal über die Shepherd´s Fields nach Bethlehem und Jericho.
Die liegen in den Palästinensischen Gebieten. Auf dem Weg dorthin sind die Grenzanlagen nicht zu übersehen. Die entpuppten sich allerdings als harmlos, nicht einmal den Pass musste man vorzeigen.
Weiter nach Bethlehem.
Dann war Anstehen in der Geburtskirche angesagt. Es war fast wie früher bei Lenin. Eine und eine halbe Stunde brauchten wir, um zum Allerheiligsten zu kommen. Dorthin, wo Jesus geboren sein soll.

Nach Jericho führte der Weg in die Nähe des Toten Meeres und an Nomadenlagern vorbei.
Die Organisation war perfekt und die Ausflüge hatten es in sich. Professionell und äußerst interessant, obwohl ich nach wie vor einfach nicht die religiösen Ereignisse nachvollziehen kann. Da fehlt es mir am ideellen  Einfühlungsvermögen.

Für den nächsten Tag hatte ich dann einen anderen Ausflug in den Norden gebucht.

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